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Führungswechsel bei Airbus: Enders tritt 2019 ab, Brégier in Kürze

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15.12.2017 | 09:02

TOULOUSE (dpa-AFX) - Der von Korruptionsermittlungen erschütterte Luftfahrtriese Airbus <NL0000235190> bereitet einen personellen Neuanfang vor. Der deutsche Konzernchef Tom Enders gibt seinen Job im Frühjahr 2019 ab. Der 58-Jährige strebe nach dem Ablauf seines Vertrags keine neue Amtszeit an, teilte Airbus am Freitag mit. Die Nummer zwei des Konzerns, der Franzose Fabrice Brégier, wird im Februar 2018 zurücktreten. "Für die 2020er-Jahre brauchen wir frische Kräfte", sagte Enders. Die Ankündigung folgt auf wochenlange Spekulationen über Enders' Zukunft und Machtkämpfe bei Airbus.

Brégiers Job als Chef des wichtigen Verkehrsflugzeug-Geschäfts übernimmt Guillaume Faury, bislang Chef der Helikopter-Sparte. Das habe der Verwaltungsrat am Donnerstag entschieden. "Guillaume Faury steht stellvertretend für unsere neue Führungsgeneration", sagte Enders laut Mitteilung. "Er verfügt über große Erfahrung in unserer Branche und eine internationale Denke."

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten zunächst gelassen aufgenommen. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz blieb die Airbus-Aktie am Morgen auf dem Niveau des Börsen-Schlusskurses vom Vorabend. Die Papiere hatten jedoch bereits in den vergangenen Tagen an Wert verloren. Seit Jahresbeginn liegen sie noch mit mehr als einem Drittel im Plus.

Enders' Mandat endet mit der Hauptversammlung im April 2019, er stand dann insgesamt 14 Jahre auf Spitzenpositionen bei Airbus. Der Verwaltungsrat werde im kommenden Jahr "interne und externe" Kandidaten für die Nachfolge prüfen, hieß es. Der als "Major Tom" bekannte frühere Fallschirmjäger sicherte zu, eine "reibungslose Übergabe" zu gewährleisten. "Zudem gilt meine volle Konzentration unseren geschäftlichen Herausforderungen sowie dem Bestreben, unsere Ethik- und Compliance-Programme weiterzuentwickeln und zu stärken." Dabei geht es um das Einhalten von Regeln und Gesetzen im Unternehmen.

Derzeit halten Korruptionsermittlungen in Großbritannien und Frankreich den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern in Atem. Erschwerend hinzu kommen immer wieder technische Probleme, zuletzt bei Triebwerken von Mittelstreckenjets. Der Militärtransporter A400M bereitet seit Jahren immer neue Kopfschmerzen mit längst milliardenschweren Mehrkosten.

Schon vor einigen Wochen war in Medienberichten über Enders' Ablösung spekuliert worden. Es hatte damals das Gerücht gegeben, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wolle einen Wechsel.

Airbus ist ein Politikum. Deutschland und Frankreich halten jeweils 11,1 Prozent der Anteile an dem Erzrivalen des US-Flugzeugbauers Boeing <US0970231058>, Spanien weitere 4,2 Prozent. Der unter dem Spitznamen "Major Tom" bekannte Enders steht seit 2012 an der Spitze des Konzerns, der damals noch EADS hieß. Zuvor war er von 2005 bis 2007 bereits EADS-Co-Chef und führte dann fünf Jahre lang die Verkehrsflugzeugtochter Airbus.

Der frühere Fallschirmjäger der Bundeswehr baute Airbus um, leitete die Umbenennung von EADS in Airbus ein und straffte die Führungsstrukturen. Dabei setzte er sich stets dafür ein, den Staatseinfluss zurückzufahren und den Luftfahrtriesen zu einem "normalen Unternehmen" zu machen.

Anlass für die schon länger laufenden Korruptionsermittlungen war eine Selbstanzeige von Airbus. Enders selbst hatte seine Mitarbeiter daraufhin auf die Möglichkeit "erheblicher Strafen" eingestimmt. Die britische Anti-Korruptionsbehörde geht seit vergangenem Jahr dem Verdacht auf Betrug, Bestechung und Korruption bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte von Airbus nach. Auch die nationale Finanz-Staatsanwaltschaft in Frankreich ermittelt. Zudem gibt es schon seit Jahren Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen an Österreich.

Airbus beschäftigt weltweit rund 134 000 Mitarbeiter, der Konzern machte 2016 einen Umsatz von rund 67 Milliarden Euro und 995 Millionen Euro Gewinn. Im zentralen Verkehrsflugzeug-Geschäft sitzt das Unternehmen auf einem dicken Auftragspolster./sku/stw/DP/

Unternehmen im Artikel: Airbus SE, Boeing Company (The)

© dpa-AFX 2017
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Finanzkennziffern (€)
Umsatz 2017 66 988 Mio
EBIT 2017 4 012 Mio
Nettoergebnis 2017 2 802 Mio
Fin.Schuld. 2017 7 176 Mio
Div. Rendite 2017 1,63%
KGV 2017 25,06
KGV 2018 20,80
Marktkap. / Umsatz 2017 0,94x
Marktkap. / Umsatz 2018 0,85x
Marktkap. 70 020 Mio
Chart AIRBUS SE
Laufzeit : Zeitraum :
Airbus SE : Chartanalyse Airbus SE | AIR | NL0000235190 | 4-Traders
Trends aus der Chartanalyse AIRBUS SE
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsAnsteigendAnsteigendAnsteigend
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkauf
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung AUFSTOCKEN
Anzahl Analysten 26
Mittleres Kursziel 94,2 €
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 4,2%
Revisionen zum Gewinn/Aktie
Vorstände
NameTitel
Denis Ranque Non-Executive Chairman
Fabrice Brégier COO & President-Airbus Commercial Aircraft
Harald Wilhelm Chief Financial Officer
Luc Hennekens Chief Information Officer
Marc Fontaine Chief Technology Officer
Branche und Wettbewerber
01.01.Marktkap. (M$)
AIRBUS SE8.12%85 846
UNITED TECHNOLOGIES CORPORATION5.02%106 984
LOCKHEED MARTIN CORPORATION2.82%94 654
GENERAL DYNAMICS1.42%61 607
RAYTHEON4.19%56 583
NORTHROP GRUMMAN CORPORATION1.83%54 407