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Bei Fusion von Karstadt und Kaufhof wohl nur wenige Schliessungen

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05.07.2018 | 11:40

BERLIN/NEW YORK (awp international) - In den Verhandlungen über eine Fusion von Karstadt und Kaufhof stehen nur wenige Filialen zur Disposition. "Drei bis fünf Standorte würden bei einem Zusammengehen vermutlich geschlossen", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Deutschen Presse-Agentur. Beide Eigentümer seien daran interessiert, so viele Kaufhäuser wie möglich zu erhalten und profitabel zu machen. Kaufhof betreibt in Deutschland derzeit 96 Warenhäuser, Karstadt 82. Kaufhof wollte die Informationen am Donnerstag nicht kommentieren, Karstadt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der kanadische Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company (HBC) und der österreichische Karstadt-Eigner René Benko hatten am Dienstag eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie sieht nach Angaben aus Verhandlungskreisen vor, Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sport in ein Joint Venture einzubringen.

Das Gemeinschaftsunternehmen solle auch die Warenhäuser von HBC in Belgien und den Niederlanden umfassen, Ziel sei eine "Europäische Warenhaus AG", berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstag). Die Marke Galeria Kaufhof solle vorerst erhalten bleiben. Bis Ende Juli könnte die Übernahme abgeschlossen sein, spätestens aber in den kommenden vier bis sechs Wochen.

Laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" trägt die Absichtserklärung den Titel "Vereinbarung zu einer Fusion unter Gleichen im europäischen Warenhaus-Geschäft". Es sei aber völlig klar, dass bei einem Zusammenschluss die operative Führung des Unternehmens bei Karstadt liegen werde, hiess es aus Verhandlungskreisen. "Wir sind aber noch ein gutes Stück von einer Einigung entfernt, das kann alles wieder platzen", hiess es in den Kreisen weiter.

Karstadt-Eigentümer Benko liebäugelt seit Jahren damit, den grossen Konkurrenten in sein Warenhausimperium zu integrieren. Doch seine Anläufe zur Übernahme von Kaufhof waren in den vergangenen Jahren immer wieder gescheitert.

Bei einem Zusammenschluss erwarten die Beteiligten, die Kosten in Verwaltung und Einkauf drücken zu können. Zudem entfielen teure Rabattschlachten zwischen Kaufhof und Karstadt.

Die Frage, ob auch die Mitarbeiter um einen Beitrag bei einer Fusion gebeten würden, ist nach Aussagen aus Verhandlungskreisen noch nicht Teil der Gespräche gewesen. Aktuell werden die Kaufhof-Angestellten nach dem Flächentarifvertrag entlohnt, für Karstadt gilt ein Haustarifvertrag mit schlechteren Konditionen. Derzeit spricht die Gewerkschaft Verdi mit Kaufhof über einen Sanierungstarifvertrag.

Die Gewerkschaft fordert nun schnell Klarheit von den Eigentümern beider Kaufhausketten. "Es macht wenig Sinn zu spekulieren, was das alles für Auswirkungen haben könnte", sagte Landesfachbereichsleiter Bernhard Franke von Verdi Baden-Württemberg. "Sobald die Eignerseite ihre Angelegenheit geklärt hat, werden wir in Gespräche eintreten, um Regelungen zu finden, die die Interessen der Beschäftigten von beiden Unternehmen wahren", unterstrich Franke, der Verdi-Verhandlungsführer für einen Sanierungstarifvertrag bei Kaufhof ist.

Eine Entscheidung über den Standort einer möglichen gemeinsamen Konzernzentrale ist nach dpa-Informationen noch nicht gefallen. Kaufhof hat seinen Sitz in Köln, Karstadt steuert sein Geschäft aus der Zentrale in Essen./hbr/vd/pos/DP/tos

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