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WDH/Unternehmen erhöhen Tempo - Verbraucher in Konsumlaune

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29.08.2017 | 12:11

(Wiederholung: Im fünften Absatz, letzter Satz, wurde eine Erläuterung zum Begriff Protektionismus eingefügt.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Zeichen für eine Fortsetzung des kräftigen Konjunkturaufschwungs in Deutschland stehen gut: Die Geschäfte vieler börsennotierter Unternehmen laufen besser als erwartet. Zugleich sind die Verbraucher dank der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter in Kauflaune.

Nach Angaben des Prüfungsunternehmens EY setzten im ersten Halbjahr 107 von 300 Firmen ihre Gewinn- oder Umsatzprognosen herauf. Das sei der höchste Stand seit 2011. "Dank einer positiven weltweiten Konjunkturentwicklung, niedriger Zinsen und vor allem einer deutlich anziehenden Nachfrage in Europa entwickeln sich die Geschäfte gut - besser als viele Unternehmen es zu Jahresbeginn erwartet hatten", erläuterte EY-Partner Marc Förstemann am Dienstag.

Lediglich 29 der 300 Firmen, die dem Prime Standard angehören, erwarteten schlechtere Geschäfte als zunächst angenommen. Zu dem strenger regulierten Prime Standard gehören auch die Börsenindizes Dax <DE0008469008>, MDax <DE0008467416>, TecDax <DE0007203275> und SDax <DE0009653386>.

GUTER AUSBLICK

Die insgesamt positive Entwicklung dürfte sich EY zufolge fortsetzen. Ein ganzer Schwung von Dax-Konzernen hatte demnach in den ersten Wochen des zweiten Halbjahres seine Prognose angehoben - darunter Adidas <DE000A1EWWW0>, BASF <DE000BASF111>, BMW <DE0005190003>, Telekom, Lufthansa <DE0008232125>, Volkswagen <DE0007664039> und Allianz. Nur ein Unternehmen aus der höchsten deutschen Börsenliga - der Pharmakonzern Merck - habe seine Umsatzerwartungen gesenkt.

Risiken sehen die Experten in einem weiteren Anstieg des Eurokurses. Dadurch werden Waren "Made in Germany" auf dem Weltmarkt tendenziell teurer. Das kann die Nachfrage dämpfen. Am Dienstagvormittag stieg der Kurs der Gemeinschaftswährung erstmals seit Anfang 2015 wieder über die Marke von 1,20 Dollar. Neben der Entwicklung in Großbritannien nach der Brexit-Entscheidung bereiten protektionistische Tendenzen Sorge, also staatliche Eingriffe in den Außenhandel mit dem Ziel, heimische Produzenten vor Konkurrenz zu schützen.

WARNUNG RICHTUNG USA

Die deutschen Arbeitgeber warnten die USA vor Handelsbeschränkungen gegenüber Deutschland, Europa und China. "Ich kenne kein Land, das durch Protektionismus seinen Wohlstand erhöht hat", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland, Europa und die USA seien wirtschaftlich aufs engste miteinander verflochten.

US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt die Handelsbeziehungen der USA mit Europa und Deutschland sowie mit China in Frage gestellt und betont, sie seien zu Ungunsten seines Landes.

VERBRAUCHER IN GUTER STIMMUNG

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland ist unterdessen ungetrübt. Die glänzende Lage auf dem Arbeitsmarkt sorge weiter für Optimismus, berichtete das Marktforschungsinstitut GfK <DE0005875306> in seiner Konsumklimastudie. Allerdings habe es bei den Erwartungen an die Konjunktur im August nach fünf Zuwächsen in Folge einen Dämpfer gegeben. Das sei aber eher als "Ausrutscher" zu bewerten, die Zahlen blieben auf gutem Niveau, sagte Konsumforscher Rolf Bürkl. Für das Gesamtbild sehen die Autoren keinen Grund zur Sorge. Bei der Erwartung ans eigene Einkommen wurde sogar ein Rekord ermittelt.

Für Verunsicherung bei Verbrauchern könnte der GfK zufolge allerdings die Debatte um die Zukunft von Diesel-Pkw und eine mögliche Quote für Elektroautos sorgen. Ein kompletter Umbau der Autobranche könnte Arbeitnehmer beunruhigen, deren Jobs mit Einzug der E-Mobilität überflüssig werden könnten. Die GfK befragt monatlich rund 2000 Verbraucher zu deren Konsumverhalten./mar/bda/rm/DP/stb


© dpa-AFX 2017
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