DHL hat die Gewinner seines im Herbst vergangenen Jahres
ausgerufenen Innovation Awards ermittelt und sie gestern
zusammen mit den Zweitplatzierten im DHL Innovation Center
ausgezeichnet. Als erstes Unternehmen seiner Branche hatte
der Innovationsbereich den Wettbewerb mit dem
wissenschaftlichen "Open Innovation"-Modell
durchgeführt, um so unkonventionelle Ideen, neue Lösungen
und umweltfreundliche Anwendungen rund um das Thema City
Logistics von Wissenschaftlern, IT-Experten und jungen
Unternehmern zu sammeln.
Insgesamt beteiligten sich an dem sechs Wochen laufenden
Wettbewerb 300 Personen aus 170 Ländern und reichten rund
160 Ideen ein. Mit Schmulik Goldfisher aus Israel gab es
dabei einen Zweifachgewinner in den Kategorien "Grüne
Städte" und "Digitale ". Felix Häser aus
Deutschland hatte aus Sicht der Jury die beste Idee in der
Kategorie "Logistik-Effizienz in urbanen
Lebensräumen".
"Dieser Wettbewerb war ein voller Erfolg. Es ist uns
gelungen, Wissenschaftler, Experten und Tüftler in aller
Welt anzusprechen, die zahlreiche vielversprechende Ansätze
erarbeitet haben. Das zeigt auch, dass das Thema City
Logistics topaktuell ist, denn mit dem Wachstum der
Megastädte wachsen auch die Herausforderungen und Ansprüche
an die Logistikdienstleister", sagt Petra Kiwitt,
Executive Vice President Solutions & Innovation bei
Deutsche Post DHL.
Collaborative Logistic Hubs
Felix Häser entwickelte die sogenannten "Collaborative
Logistic Hubs", die den innerstädtischen Verkehr
reduzieren sollen. Dabei legt die Stadt bestimmte
Umschlagplätze außerhalb der Stadtgrenzen fest, die von
sämtlichen Lieferanten angefahren werden müssen. Dort
werden die Waren konsolidiert und ausschließlich von einem
einzigen wie DHL per Elektrofahrzeug in die Innenstadt zum
Empfänger transportiert. Durch effiziente und intelligente
Routenführung reduzieren sich die Fahrten und die
Innenstädte werden insgesamt entlastet. Die Jury beurteilte
Häsers Idee als "inspirierend und skalierbar" und
als eine "fundamentale Änderung vom Push- zum
Pull-System".
"Earn as you save"-Programm
Schmulik Goldfisher hat mit seiner Idee vom "Earn as
you save"-Programm die Optimierung des Fahrverhaltens
von Zustellern und Transporteuren im Blick. Mit Hilfe eines
digitalen Tachometers werden dem Fahrer kontinuierlich
Hinweise - unter anderem hinsichtlich der optimalen Route,
Geschwindigkeit und Beschleunigung - für ein möglichst
effizientes Fahrverhalten gegeben. Attraktive Preise können
den Fahrern als Anreiz für ein möglichst umweltbewusstes
Verhalten dienen. Die Jury sah hierin einen wichtigen
Beitrag für die Reduktion des individuellen
CO2-Fußabdrucks.
"The Ultimate Delivery Application" (TUDA)
Die zweite Sieger-Idee von Schmulik Goldfisher - "The
Ultimate Delivery Application" (TUDA) - betrachtet die
Interaktion zwischen DHL und seinen Kunden. Durch den
Einsatz von Cloud Computing und Applikationen für
Smartphones oder Computer werden alle relevanten
Informationen für Zustellungen und Abholungen gesammelt und
sind jederzeit für den Kunden einsehbar.
Durch den jederzeit möglichen Zugriff auf diese Daten
können die Sendungen durch Hinterlegung von Abholzeiten,
Umleitungen an eine andere Adresse oder
Vorabbenachrichtigungen effizienter durchgeführt und den
genauen Kundenwünschen entsprechend gestaltet werden. Die
Jury urteilte hierzu: "Eine einfach einzuführende
Idee, die kundenorientiert ist und wichtige
Funktionalitäten neu bündelt und kombiniert."
Der "Open Innovation" Wettbewerb wurde über die
Internet-Plattform www.dhl.com/citylogistics-oi
ausgetragen. Über die Webseite können die Ergebnisse und
das Diskussionsforum weiterhin eingesehen werden.