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Studie: Großstädte hängen bei Mieten Land weiter ab

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18.08.2017 | 14:10

FRANKFURT/BONN (dpa-AFX) - Die vielerorts ungebrochene Nachfrage nach Immobilien treibt die Wohnungsmieten in Deutschland immer höher. Im ersten Halbjahr legten sie bei Neuverträgen im Schnitt um 4,4 Prozent zu, wie eine am Freitag veröffentlichte Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigte. Damit werden durchschnittlich 7,90 Euro pro Quadratmeter ohne Nebenkosten fällig. Indes wächst das Gefälle zwischen Stadt und Land weiter. Angesichts der Bundestagswahl werden Stimmen zu Bekämpfung des Mietanstiegs lauter.

Wie die Auswertung zeigt, mussten Mieter gerade in Metropolen deutlich mehr bezahlen. In Städten mit über 500 000 Einwohnern verzeichnete das BBSR bei Neu- und Wiedervermietungen ein Plus von im Schnitt 5,6 Prozent auf 10,39 Euro je Quadratmeter. In ländlichen Kreisen ergab sich nur ein Zuwachs von 3,4 Prozent auf 6,03 Euro.

Spitzenreiter bei Neuverträgen bleibt demnach München mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 16,40 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Frankfurt (12,95 Euro) und Stuttgart (12,44 Euro). In den Landkreisen Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) und Wunsiedel (Bayern) wurden indes Wohnungen für unter 4,40 Euro pro Quadratmeter angeboten, so das BBSR, das Inserate aus Immobilienplattformen und Tageszeitungen im Internet ausgewertet hatte.

"In den Ballungsräumen treiben die Nachfrage, der Wettbewerb um knappes Bauland und damit verbundene hohe Grundstückspreise weiter die Preise", erklärte BBSR-Wohnungsmarktexperte Matthias Waltersbacher. Auf dem Land blieben die Mieten hingegen erschwinglich und würden auch künftig nur moderat steigen.

Die gute Konjunktur, die relativ starke Zuwanderung und niedrige Zinsen treiben den Immobilienboom seit längerem an. Da Geld billig ist, können Investoren günstig Kredite aufnehmen. Zugleich legen sie verstärkt in Immobilien an, da andere Anlagen kaum Rendite abwerfen.

Grund für die steigenden Mieten und Kaufpreise ist auch ein Mangel an Wohnungen. So wurden in Deutschland zuletzt erstmals seit 2009 in einem ersten Halbjahr weniger Wohnungen genehmigt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitgeteilt hatte. Demnach fielen die Bewilligungen gemessen am Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent.

Steigende Mieten sind auch Thema im Wahlkampf. Während die SPD die von der großen Koalition eingeführt Mietpreisbremse mit Transparenzregeln verschärfen will, möchte die FDP sie abschaffen. Dass das Instrument in seiner jetzigen Form nicht wirkt wie erhofft, ist jedenfalls Konsens. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) stellte am Freitag fest: "Wir brauchen dringend eine Verschärfung der Mietpreisbremse, eine Grundgesetzänderung für mehr Sozialwohnungen und beim Neubau insgesamt eine Konzentration auf das bezahlbare Segment." In den nächsten Jahren müssten mindesten 350 000 Wohnungen pro Jahr gebaut werden./als/DP/stb

Unternehmen im Artikel: Deutsche Wohnen, Vonovia
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© dpa-AFX 2017
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