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Greenpeace: Klimaziel über Kohle-Reduktion ohne Blackouts erreichbar

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15.11.2017 | 05:23

BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland kann sein Klimaschutzziel für 2020 einer Studie im Auftrag von Greenpeace zufolge über das Abschalten von Kohlekraftwerken schaffen, ohne die Versorgungssicherheit zu riskieren. Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von rund 17 Gigawatt könnten innerhalb der kommenden drei Jahre vom Netz gehen, ohne dass die Versorgung gefährdet wäre, heißt es in einer Kurzanalyse des Beratungsinstituts Energy Brainpool für Greenpeace. Das geht über das zuletzt bekannt gewordene Kompromissangebot der Grünen in den Jamaika-Sondierungen mit Union und FDP hinaus.

Deutschland hat sich vorgenommen, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken, droht dieses Ziel aber klar zu verfehlen. Der CO2-Ausstoß in Deutschland könne durch das Abschalten von 16,64 Gigawatt Kohlestrom-Kapazität um 88 Millionen Tonnen pro Jahr zusätzlich sinken und das Klimaziel fast erreicht werden, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Kurzanalyse.

"Die künftige Bundesregierung darf nicht länger zuschauen, wie Kohlekraftwerke, die niemand braucht, Deutschlands Klimabilanz ruinieren", sagte Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss.

Der Klimaschutz ist eines der größten Streitthemen in den Jamaika-Sondierungen. Umstritten ist unter anderem, wie viel CO2 über das Abschalten von Kohlekraftwerksblöcken eingespart werden soll. Zwischenzeitlich hatten Union und FDP eine Reduktion um maximal fünf Kilowatt bis 2020 angeboten. Die Grünen wollten dagegen um acht bis zehn Kilowatt reduzieren.

Der Greenpeace-Vorschlag geht noch deutlich weiter. "Die Sanierung von Häusern oder Änderungen im Verkehrssektor dauern quälend lang. Es ist Augenwischerei, zu hoffen, dass solche Maßnahmen bis 2020 ausreichend zum Klimaschutz beitragen können", sagte Heuss. "Das Gros der deutschen Klimalücke muss und kann die Kohle schließen."/ted/DP/zb

Unternehmen im Artikel: E.ON, RWE, Uniper SE, Innogy SE

© dpa-AFX 2017
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