Die EZB hat in ihrer monatlichen Sitzung am Donnerstag, wie
vom Markt erwartet, den Leitzins unverändert bei 1 Prozent
belassen.
Volkswirte rechnen allerdings damit, dass die EZB die
Geldpolitik noch lockern könnte, wenn die
Euro-Staatsschuldenkrise und eine Rettung Griechenlands
Verwerfungen in der Eurozone erzeugen oder die zuletzt
positiven Konjunktursignale sich abschwächen sollten.
Auch die britische Notenbank hat den Leitzins auf einem
Rekordtief von 0,5 Prozent belassen. Allerdings haben die
Notenbanker beschlossen der schwächelnden englischen
Konjunktur mit neuerlichem Öffnen des Geldhahns auf die
Sprünge zu helfen. Die Aufkäufe britischer Staatsanleihen
sollen um 50 Milliarden Pfund erhöht werden. Dies
entspricht den Erwartungen des Marktes, zumal die britische
Wirtschaft im Schlussquartal 2011 geschrumpft war.
Bislang hat die Bank of England Staatspapiere im Gegenwert
von 275 Milliarden Pfund erworben um eine Kreditklemme zu
vermeiden und ein Sinken des effektiven Zinsniveaus zu
erreichen.
Kommenden Sonntag muss das griechische Parlament das, mit
der Troika aus EU, EZB und IWF ausverhandelte Sparpaket
beschließen und gleichzeitig die noch fehlenden Maßnahmen
zur Einsparung vom 325 Millionen Euro vorlegen.
Zudem soll Griechenland künftig rigoroser kontrolliert
werden - eine Überlegung dazu lautet ein Sonderkonto zur
Überwachung des Schuldenabbaus einzurichten. Die EU
Kommission will auch noch mehr Personal nach Griechenland
schicken, speziell um eine effiziente Beamten - und
Verwaltungsreform zu ermöglichen.
Der Euro ist am Donnerstag nach Bekanntwerden der Einigung
zum griechischen Sparpaket wieder etwas angestiegen und
notierte in der Spitze bei 1,3322 Dollar - der höchste Wert
seit 2 Monaten - fiel aber in der Folge nach
Gewinnmitnahmen auf ein Niveau um die 1,3250 Dollar, so
auch der Kurs heute Morgen im frühen europäischen
Handel.
Die Ölpreise sind am Freitag im asiatischen Handel leicht
gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur
Lieferung im März kostete 118,21 US-Dollar. Das waren 38
Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der
US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) fiel um 29 Cent auf
99,55 Dollar. Die in China erstmals seit zwei Jahren
gesunkenen Exporte hätten die Ölpreise belastet, sagten
Händler.