Der Euro ist am Dienstagnachmittag in Europa auf einen Kurs
von 1,3270 (so hoch wie seit Mitte Dezember nicht mehr)
angestiegen - hauptverantwortlich dafür waren Händlern
zufolge Aussagen aus Regierungskreisen, die auf eine
Einigung über weitere harte Einschnitte in Griechenland
hindeuteten.
Ein Mitarbeiter der griechischen Regierung hatte erklärt,
dass ein schriftlicher Entwurf für die ausverhandelten
Punkte noch am Dienstag Spitzenpolitikern zur Unterschrift
vorgelegt werden sollte.
Nun scheint es so als hätten die wochenlangen Verhandlungen
doch noch zu einer Einigung geführt.
Der griechische Ministerpräsident Papademos will sich heute
mit den Chefs der Regierungsparteien treffen und das
ausverhandelte Sparpaket absegnen lassen.
Kernpunkte des Sparplans sind dem Vernehmen nach:
Einschnitte im privaten Sektor, Kürzungen der Ausgaben für
Medikamente und für Rüstung und Verminderung von Zuschüssen
für Städte und Gemeinden. Zudem Einsparungen im Bereich des
Gesundheitswesens und bei den Beamten.
In den nächsten Jahren 150 000 Beamte entlassen bzw.
Stellen nicht nachbesetzt werden.
Papademos, ein parteiloser Finanzexperte, ist also auf eine
sehr breite innenpolitische Unterstützung angewiesen.
Der Chef der amerikanischen Notenbank Fed, Ben Bernanke,
hat gestern vor dem amerikanischen Haushaltsausschuss die
Beibehaltung seiner Niedrigzinspolitik verteidigt. Er sehe
trotz der zuletzt positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt,
der allerdings nach Ansicht der Fed noch immer weit von
einer robusten Verfassung entfernt ist, keinen Grund, die
Leitzinsen, die zur Zeit beinahe bei null Prozent liegen,
anzuheben. Die Inflation sei niedrig und weiter fallend,
die niedrigen Zinsen seien notwendig um das
Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Als beunruhigend
bezeichnete Bernankr vor allem das ungewöhnlich hohe Niveau
der Langzeitarbeitslosigkeit.
Die Ölpreise sind am Mittwoch im asiatischen Handel
gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur Lieferung im März kostete 116,33 US-Dollar. Das waren
10 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis
für ein Barrel der US-Sorte WTI kletterte um 73 Cent auf
99,14 Dollar. Die insgesamt freundliche Stimmung an den
Finanzmärkten stütze auch die Ölpreise, sagten Händler.