Wir haben uns für euch einige Apps am Beispiel des Apple
Stores angeschaut. Die Suche nach den richtigen Apps ist
gar nicht so einfach. Mit Begriffen wie "umwelt", "co2",
"fußabdruck/footprint", "eco", "strom" oder
"energie/energy" lassen sich eine Menge unterschiedlicher
Apps ausfindig machen. Es empfiehlt sich in jedem Fall,
auch mit englischen Begriffen zu suchen, da die
deutschsprachigen Apps etwas rar ausfallen.
Im nächsten Schritt haben wir die Apps zum Testen auf das
iPhone (4) geladen. Auswahlkriterien waren eine halbwegs
professionelle Gestaltung, Aktualität und die Option
Gratis-Download.
Der
CO2-Rechner des Klimaschutzprojekts Allgäu war für
uns die nützlichste App im gesamten Test. Zunächst
sieht man eine Durchschnittsbilanz des CO2-Verbrauchs, den
man anschließend in den Kategorien Heizung, Strom,
Mobilität, Konsum und Ernährung anpassen kann - und zwar
sehr detailliert. Das eigene Ergebnis lässt sich mit dem
deutschen Durchschnitt vergleichen, was in unserem Fall
sehr aufschlussreich war. Alleine durch einen Flug von 2
Personen nach New York und zurück explodiert der
ökologische Fußabdruck. Ein weiterer Bereich der App ist
dem CO2-Verbrauch von Produkten gewidmet: Auch hier gab es
einige Aha-Erlebnisse. 1 Kg Hummer etwa generiert 27.000 g
CO2, eine 1-l-Wasserflasche immerhin 500 g.
Ähnlich funkioniert auch der
CO2-Footprint-Rechner von Thyssen Krupp Elevator. Die
App ist optisch sehr schön gestaltet, die Bedienung ist
dagegen eher unklar und die Dateneingabe etwas umständlich.
Auch die einzelnen Einstellungen sind nicht so feingliedrig
wie beim zuvor genannten Rechner. Trotzdem ein schönes
Beispiel, wie Unternehmen ihren Beitrag leisten können.
Ein großes Highlight für uns war
EcoChallenge der FH Potsdam in Kooperation mit dem
Land Brandburg und den Entwicklern von Raureif. Mit dieser
umfassenden App erhält man einen spannenden Einblick in die
effizientere Nutzung unserer Ressourcen. Ob Fisch aus den
Meeren, das Plastik-Sackerl an der Kassa, der Umgang mit
Licht oder der tägliche Wasserverbrauch - die App bietet
einen informativen und zugleich spielerischen Ansatz. So
muss Aufklärung aussehen, finden wir. Bei uns hat sie auch
schon gewirkt!
Eine simple App ist der
iEnergy Energie-Rechner (links im Bild), mit Hilfe
dessen sich Verbrauch und Kosten für ein Stromgerät
ausrechnen lassen. Wir haben mal ein Macbook mit 60 W und
den VERBUND-Tarif
H2ö-direkt als Beispiel genommen. Das Schöne an dieser
App ist, dass sie die für viele immer wieder
unverständliche Kilowattstunde (kWh) entschlüsselt und den
Zusammenhang zwischen Leistung und Verbrauch elektrischer
Energie deutlich macht. Sehr nützlich!
Die App rechts ist ein
CO2-Rechner von Veolia Umweltservice. Im Grund ähnlich
wie die oben vorgestellten, die Handhabung fanden wir etwas
gewöhnungsbedürftig. Dafür gibt es umfangreiche
Zusatzinformationen zu CO2, immerhin besteht auch dazu
Aufklärungsbedarf.
Überzeugend war für uns auch die
Bosch Solar Energy App. Sie ist für User geeignet, die
eine eigene Photovoltaik-Anlage planen. Durch die Eingabe
von Parametern wie Dachgröße, Standort, Förderung, etc.
wird auf Basis eines von drei Bosch Solar-Modulen der
Output und Nutzer errechnet. Über die
iPhone-Kompasssteuerung lassen sich Neigungswinkel und
Ausrichtung der geplanten Anlage besonders elegant
eingeben. Schwachpunkt war, dass es beim
Fachhändler-Kontakt keinen Eintrag für Österreich gab.
Bei den Produkt-Scannern sind uns zwei Apps ins Auge
gestochen. Mit Codecheck
lassen sich Barcodes von Produkten abfotografieren und
Details zum Produkt über eine Datenbank abrufen. Sehr
einfach und sehr nützlich.
Ähnlich funktioniert die
App Get Neutral - mit dem Unterschied, dass sie die
Klimabilanz des Produktes ausgibt. Für uns war nicht so
sehr das Ergebnis der App selbst erhellend, als vielmehr
der prüfende Blick auf das Produkt selbst. Wenn man sich
mal die Zeit nimmt und Mühe macht, zu lesen was im
Kleingedruckten von Produkten steht, dann braucht es oft
gar keine App mehr.
Positiv aufgefallen ist uns noch eine weitere App: Das
Bündnis 90/Die Grünen bietet eine iVeg
App. Der alleinige, aber wie wir finden durchaus
brauchbare Nutzen ist die Anzeige der Verfügbarkeit von
saisonalem Gemüse und Obst. Da im Supermarkt heutzutage
ganzjährig Tomaten, Gurken, Radieschen oder Erdbeeren
angeboten werden, kann man als Konsument schon mal den
Durchblick verlieren. Und mit dieser App ist es möglich,
durch entsprechende Einkaufspolitik auf das Angebot
Einfluss zu nehmen.
Etwas enttäuscht hat uns die App von Greepeace
International. Außer einem händeklatschenden Pinguin hat
die App leider kaum einen Nutzen. Die neue
App der WWF Climate Group war für uns ebenfalls wenig
nützlich, da es offensichtlich mehr um den Verkauf neuer
Elektrogeräte geht.
Insgesamt fanden wir die Ausbeute an gelungenen Apps eher
dürftig. Dauerthaft am Smart Phone verbleiben dürfen die
EcoChallenge und Get Neutral.
Uns würde interessieren: Habt ihr auch ein paar Green Apps
getestet und vielleicht noch andere Tipps, die wir hier
aufnehmen können? Vielleicht gibt es ja auf der
Android-Plattform einige nützliche Apps. Wenn ihr etwas
wisst, einfach posten!