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Aberdeen Kommentar: Die Inflation ist gar nicht so niedrig

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15.11.2017 | 07:05

Aberdeen Kommentar: Die Inflation ist gar nicht so niedrig

James Athey, Senior Investment Manager bei Aberdeen Standard Investments, kommentiert die scheinbar niedrigen Inflationsraten und die damit verbundene Situation am Anleihenmarkt:


"Die Renditen für lang laufende Anleihen sind niedrig, die Rendite-Kurven von Staatsanleihen haben sich in der letzten Zeit rapide abgeflacht. Eine Erklärung hierfür ist die Sorge vor einer restriktiveren Geldpolitik der Zentralbanken zu Zeiten niedriger Inflation.


Was an dieser Geschichte jedoch komisch erscheint, ist, dass die Inflationsrate derzeit nicht wirklich als niedrig charakterisiert werden kann. In den Märkten USA, Grossbritannien, Japan, China und Eurozone liegt nur die Inflationsrate der Eurozone unter ihrem 20-Jahresdurchschnitt (momentan 1,4% bei einem Durchschnitt von 1,67%). In all diesen Regionen steigt die Inflation. Und aufgrund einer Verknappung der Arbeitsmärkte sowie steigender Öl- und Güterpreise ist es wahrscheinlich, dass die Inflation weiter steigt.


Noch bleiben die nominalen Anleiherenditen hartnäckig auf einem niedrigen Niveau. Dies bereitet mehr als geringen Anlass zur Sorge. Obwohl die Inflationsrate in der Eurozone bei 1,4% liegt, kompensiert der deutsche Anleihenmarkt diesen Verlust an Kaufkraft nicht - nicht einmal annähernd. Tatsächlich muss ein hohes Laufzeitrisiko in Kauf genommen werden, nur um eine positive Rendite erzielen zu können.


Das ist alles schön und gut, solange der Preis deutscher 10-jähriger oder aller anderen 10-jährigen Staatsanleihen nicht fällt. Aber das kann heute nicht mehr als selbstverständlich angenommen werden. Die Zentralbanken beginnen, die vielen Jahre ihres aggressiven und unkonventionellen Stimulus zurückzufahren. Gleichzeitig wird das Angebot an Staatsanleihen 2018 ansteigen. Vor diesem Hintergrund könnte sich netto ein Angebotsschock abzeichnen.


Höhere Inflation, höheres Angebot und geringere Nachfrage der Zentralbanken: Dies sind nicht die Voraussetzungen, welche Anleger in die "Sicherheit" 10-jähriger Staatsanleihen mit Renditen von 0,3% treiben. Wenn die Rendite zu den ökonomischen Bedingungen in solchem Ausmass im Ungleichgewicht steht, muss etwas auf der Strecke bleiben. Anleiheinvestoren, die auf Sicherheit gesetzt haben, könnte ein schlimmes Erwachen bevorstehen, wenn die Rendite die Realität widerzuspiegeln beginnt."

Lesen Sie unten den englischen Originalkommentar von James Athey.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Markus Baumgartner

b-public AG

Telefon +41 44 533 34 07

Mobile +41 79 707 89 21

mba@b-public.ch

Aberdeen Standard Investments Senior Investment Manager James Athey comments:

"Long-term bond yields are low, and sovereign yield curves have flattened pretty aggressively recently. One justification for this has been concern over tighter central-bank policy in a low-inflation world.

What I find strange about this story is that current inflation can't really be characterised as 'low'. Of the US, UK, Japan, China and the Eurozone, only one has a headline rate of inflation below its 20-year average (that's the Eurozone, at 1.4% vs the average of 1.67%).

And in all of these regions, inflation has been rising. With labour markets tightening and oil and commodity prices on the up, it seems likely to move higher still.

Yet nominal bond yields remain stubbornly low. This is more than a little concerning. Although headline inflation in the Eurozone is 1.4%, the German bond market is not compensating you for this loss of purchasing power - not even close. In fact, you have to take on a lot of duration risk even to achieve a positive yield.

That's all well and good as long as the price of a German 10-year bond (or any other 10-year bond for that matter) doesn't fall. But we can hardly take that for granted today. Central banks are beginning to unwind their many years of aggressive and unconventional stimulus. Meanwhile, the supply of government bonds is set to increase in 2018. So there could be a large net supply shock in the offing.

Higher inflation, higher supply and lower demand from central banks: these aren't conditions that make me want to rush to the 'safety' of a 10-year government bond yielding just 0.3%. When yields are so out of kilter with economic conditions, something's got to give. Bond investors who have played it 'safe' may be in for a very rude awakening when yields rise to reflect reality."




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