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Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax rutscht ins Minus - Nervosität vor EZB

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17.07.2017 | 10:41

FRANKFURT (awp international) - Der Dax ist am Montag nach einem freundlichen Start ins Minus gerutscht. Die Anleger warteten auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag, schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Auch die Berichtssaison in den USA nimmt erst ab dem morgigen Dienstag richtig Fahrt auf. Dazu bremsten zu Wochenbeginn die durchwachsenen Vorgaben der Übersee-Börsen die Kauflust.

Am späteren Vormittag verlor der deutsche Leitindex 0,30 Prozent auf 12 594,45 Punkte. Am Freitag hatte er kaum verändert geschlossen, auf Wochensicht aber dank der Hoffnungen auf eine nur behutsame Straffung der US-Geldpolitik deutliche Gewinne behauptet.

'DRAGHI HAT KEIN INTERESSE AN STEIGENDEM EURO'

Der Dax "hängt in dieser Woche am Angelhaken des Devisenmarktes", erklärte Experte Stanzl. Vor zwei Wochen habe EZB-Präsident Mario Draghi mit seinen Aussagen "ein kleines Zinsbeben in Deutschland ausgelöst". Nun dürfte der oberste Währungshüter der Eurozone kein Interesse daran haben, den Eurokurs auf den höchsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit Jahren zu treiben, da dies über niedrigere Importpreise zu einer sinkenden Inflation führen würde. Ein starker Euro erschwert zudem die Exportaussichten europäischer Unternehmen.

Der MDax der mittelgrossen deutschen Unternehmen sank am Montag um 0,18 Prozent auf 25 116,54 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg hingegen um 0,25 Prozent auf 2304,68 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,19 Prozent auf 3519,31 Punkte nach unten.

An der Wall Street hatten sowohl der US-Leitindex Dow Jones Industrial als auch der marktbreite S&P 500 am Freitag neue Rekordstände erreicht. Dagegen litten die chinesischen Festlandsbörsen unter Sorgen vor einer stärkeren Regulierung seitens der Regierung und vor einer Schwemme an Börsengängen. Dass die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft im zweiten Quartal stärker als erwartet gewachsen ist, half den Kursen nicht. In Japan fand feiertagsbedingt kein Börsenhandel statt.

GEA UNTER DRUCK NACH PROGNOSESENKUNG

Am deutschen Aktienmarkt spielte die Musik vor allem in den Nebenwerte-Indizes. Die Gea-Titel mussten ordentlich Prügel einstecken: Sie büssten als MDax-Schlusslicht 4,55 Prozent auf 37,025 Euro ein. "Es ist das vierte Quartal nacheinander, dass Gea enttäuscht und eine Gewinnwarnung ausgibt", monierte ein Händler. "Das wirft grundsätzliche Fragen über die Unternehmensführung und die Transparenz bei Gea auf." Analyst Firdaus Ibrahim von S&P Equity Research sprach von schwachen Eckdaten für das zweite Quartal, welche die anhaltenden Schwierigkeiten des Unternehmens insbesondere im Geschäft mit der Milchindustrie belegten. Er senkte seine Gewinnschätzungen und wiederholte seine Verkaufsempfehlung für die Aktie.

Dagegen gehörten die Aktien von Ceconomy mit plus 1,72 Prozent zu den besten Indextiteln. Am Wochenende hatte der jüngst aus dem aufgespaltenen Metro-Konzern hervorgegangene Elektronik-Einzelhändler mitgeteilt, er wolle perspektivisch den halben Jahresgewinn an seine Aktionäre ausschütten. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux nahm die Beobachtung des Börsenneulings mit einer Kaufempfehlung auf.

SMA SOLAR SETZT HÖHENFLUG FORT - STUDIE BELASTET DEUTSCHE BÖRSE

Bei den Technologiewerten setzten die Aktien des Solarkonzerns SMA Solar ihre Klettertour fort: Sie stiegen um weitere 2,64 Prozent auf 30,71 Euro und schafften es damit erstmals seit dem vergangenen September wieder über die Marke von 30 Euro. Schon an den vergangenen Tagen hatten ein Grossauftrag aus den USA und positive Aussagen in einem Anlegermagazin für Auftrieb gesorgt.

Im Dax wurden die Aktien der Deutschen Börse nach einem negativen Analystenkommentar gemieden: Mit minus 0,90 Prozent gehörten sie zu den schwächsten Werten im Leitindex. Das Analysehaus RBC Capital strich mit Verweis auf die jüngst überdurchschnittliche Kursentwicklung sein Kaufvotum. Das Aufwärtspotenzial sei inzwischen geringer, schrieb Experte Peter Lenardos. Er reduzierte zudem seine Gewinnschätzungen für den Börsenbetreiber bis zum Jahr 2019./gl/fbr

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