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Aktien Schweiz: SMI dreht ins Minus - SGS mit grössten Verlusten

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17.07.2017 | 12:31

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montagvormittag nach einem freundlichen Start ins Minus gerutscht. Der Leitindex SMI fiel dabei zeitweise sogar knapp unter die 9000-Punkte-Marke, die er in der Vorwoche nach einem starken Lauf zurückerobert hatte. Händler wollen die aktuellen Verluste jedoch nicht überbewerten und sprechen von einem "typischen Konsolidierungstag", der von Gewinnmitnahmen geprägt sei. Entscheidend sei nun, wie die Berichtsaison anlaufe.

Der Westschweizer SGS-Konzern eröffnete dabei am Morgen den Reigen der hiesigen Blue Chips - und sorgte für eine Enttäuschung. Zusätzliche Unsicherheit in den Markt brachten im Verlauf des Vormittags Meldungen aus China zu möglichen stärkeren Regulierungen. Im weiteren Tagesverlauf richtet sich der Blick in die USA, wo ein wichtiger Frühindikator (Empire State Bericht) veröffentlicht wird.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 11.55 Uhr 0,21% auf 9'015,23 Punkte; das Tagestief wurde bei 8'998 Stellen markiert. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,21% auf 1'430,83 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,17% auf 10'261,10 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Minus, zwölf im Plus und zwei unverändert.

Der Aktien des Warenprüfkonzern SGS (-3,3%) bilden mit grossen Abstand das Schlusslicht unter den SMI/SLI-Titeln. Analysten kommentieren den Abschluss zwar als solide, aber wenig inspirierend. Als Enttäuschung wird insbesondere die Marge bezeichnet. "Das Wachstumstempo scheint jetzt etwas anzuziehen, allerdings sind grössere Margenverbesserungen im Moment nur schwierig zu realisieren", meint stellvertretend der Experte der ZKB. Laut Händlern kommt es nun zu Gewinnmitnahmen, weil sich die Valoren zuletzt gut entwickelt hätten.

Klar im Minus notieren inzwischen auch Adecco (-0,8%). Diese bekamen schon zuletzt Analystenkommentare zu spüren, wonach der Stellenvermittler im Hauptmarkt Frankreich unter den Reformen des neuen Präsidenten Emmanuel Macron leiden könnte.

Deutliche Verluste erleiden dahinter CS (-0,8%), und auch UBS (-0,5%) kommen nicht auf Touren. Schon in der Vorwoche hatten die Grossbankenpapiere unterdurchschnittlich abgeschnitten. Unter anderem hatten zum Wochenausklang Resultate von US-Konkurrenten für schlechte Stimmung gesorgt.

Weiter unter Druck sind auch Partners Group (-0,5%), nachdem die UBS das Rating für die Titel auf 'Neutral' von 'Buy' gesenkt hat. Nach einer erneut überzeugenden Vorlage der Zahlen zu den verwalteten Vermögen sehe er für die nächsten zwölf Monate keinen Katalysator für den Aktienkurs, meint der zuständige Analyst.

Die Verluste bei den schwergewichtigen Nestlé (-0,4%) und Roche (-0,3%) drücken zudem dem Gesamtmarkt den Stempel auf. Markant besser hält sich das dritte Schwergewicht Novartis (+0,3%) am Tag vor der Zahlenpublikation. Obwohl der Auftakt in die Blue-Chips-Berichtsaison mit SGS missglückt ist, bleiben die Investoren bei diesen Titeln offensichtlich positiv gestimmt. Eher nebensächlich dürfte eine Ratingerhöhung durch Bryan Garnier auf 'Buy' von 'Neutral' sein.

Der Optimismus der Investoren zeigt sich auch bei anderen Titeln, die in den nächsten Tagen Zahlen vorlegen werden. So führen Givaudan (+1,0%) das Feld der Gewinner an; der Resultatrapport ist für Donnerstag geplant. Auch Kühne+Nagel (+0,5%) finden sich am Vortag der Ergebnispublikation bei den Gewinnern. Nur ABB (-0,2%) fallen aus dem Rahmen (Zahlen am Donnerstag).

Deutlich im Plus sind ausserdem noch Vifor Pharma (+0,9%) sowie die beiden Luxusgüterpapiere von Swatch (+0,9%) und Richemont (+0,3%). Wie üblich reagieren letztere auf die neusten Konjunkturzahlen aus China. Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal dank kauffreudigen Konsumenten und investierenden Unternehmen stärker als erwartet gewachsen - und das ist für Luxusgüterhersteller, für die China ein Schlüsselmarkt ist, positiv.

Am breiten Markt ziehen Meyer Burger (+5,3%) auffällig an, was Händler mit einer Fortsetzung des Solarbooms begründen. Sulzer (+1,4%) sind im Plus, weil der geplante Ausbau der Niederlassung in Deutschland als Indiz für ein gut laufendes Geschäft interpretiert wird. Und EFG International (+0,6%) profitieren von einem tiefer als erwarteten Kaufpreis für BSI.

rw/ra

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