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China: Premier Li wirbt für Globalisierung und Freihandel

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27.06.2017 | 11:10

Kurz vor dem G20-Gipfel in Hamburg hat China demonstrativ für freien Handel und Globalisierung geworben. Freihandel sei "eine Voraussetzung für fairen Handel", sagte Chinas Premier Li Keqiang am Dienstag auf dem "Sommer-Davos" genannten Weltwirtschaftsforum in der chinesischen Stadt Dalian.

Li spielte damit auf die Abschottungstendenzen des neuen US-Präsidenten Donald Trump an, der seit dem Beginn seiner Amtszeit ebenfalls oft "fairen Handel" forderte, damit einhergehend aber Strafzölle androhte sowie den Ausstieg seines Landes aus dem pazifischen Freihandelsabkommen TTP ankündigte.

Wer Handel beschränke, verursache Ungleichgewichte, warnte Li. Obwohl westliche Firmen sich unverändert über unfaire Bedingungen und unzureichende Marktzugänge in China beklagen, versicherte der Premier, dass "Investitionen aus allen Ländern" willkommen seien. Die Globalisierung werde begrüßt.

Mit seiner Rede umwarb der Premier die Investoren und anderen Teilnehmer des jährlichen Treffens, das zum elften Mal in China stattfindet. Li nutzte das Forum auch, um zu versuchen, Ängste über eine drohende Schuldenkrise in China zu zerstreuen. Zwar gebe es "einige Risiken" im Finanzsystem. Diese seien allerdings unter Kontrolle.

Im Mai hatte die US-Ratingagentur Moody's Chinas Kreditwürdigkeit schlechter eingeschätzt und das Rating des Landes um eine Stufe gesenkt. Grund waren Befürchtungen, Chinas bisherige finanzielle Stärke könnte in den kommenden Jahren leiden. Erwartet würden steigende Schulden bei zugleich abnehmenden Wachstumsraten. Nach Meinung von Moody's hält Peking die Wirtschaft vor allem durch Konjunkturprogramme am Leben.

Vor den Wirtschaftsvertretern in Dalian bekräftigte Li, dass die Regierung die für dieses Jahr gesteckten Wachstumsziele erreichen werde. Von Januar bis März war Chinas Wirtschaft um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Das Land sei weniger abhängig von Exporten. Dafür profitiere die Wirtschaft zunehmend von einem starken Dienstleistungssektor.

Quelle: dpa


Ulrich Ebensperger
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