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DIHK - 1,6 Millionen Fachkräfte fehlen in Deutschland

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13.03.2018 | 12:46
FILE PHOTO: Worker moves Audi R8 car body in German car manufacturer's plant in Neckarsulm

Berlin (Reuters) - Der Fachkräftemangel nimmt nach Einschätzung des DIHK immer bedrohlichere Züge an und kostet die deutsche Wirtschaft zunehmend Wachstum.

Aus einer Umfrage unter knapp 24.000 Betrieben errechnete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in seinem jüngsten Arbeitsmarktreport, dass in Deutschland mittlerweile rund 1,6 Millionen Stellen längerfristig nicht besetzt werden können. "Tendenziell nimmt diese Lücke in den nächsten Jahren weiter zu", sagte DIHK-Vize Achim Dercks am Dienstag. Einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiteten die Deutschen 2017 mit knapp 60 Milliarden Stunden so viel wie seit 1991 nicht mehr.

Die Folgen des Fachkräftemangels gehen dem DIHK zufolge inzwischen weit über die einzelnen Betriebe hinaus. "Sinkende Wachstumspotenziale, Innovationshemmnisse, Angebotseinschränkungen sowie Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen sind wichtige Folgen nachhaltig fehlender Fachkräfte", so Dercks. Aber auch viele politische Vorhaben könnten beeinträchtigt werden.

Der DIHK forderte von der neuen Bundesregierung und den Unternehmen, mehr für die Fachkräftesicherung zu tun. Dabei müsse es etwa um die Ausweitung der Beschäftigungspotenziale und auch mehr qualifizierte Zuwanderung gehen. Die Probleme Großbritanniens als Folge des Brexit dürften Deutschland allenfalls geringe Impulse geben, um die Fachkräftelücke zu schließen.

Nach der DIHK-Umfrage beklagte fast jede zweite Firma, dass sie offene Stellen längerfristig nicht besetzt kann, weil die passenden Arbeitskräfte fehlen. Damit hätten die Schwierigkeiten gegenüber dem Vorjahr um elf Punkte auf 48 Prozent zugenommen. 60 Prozent der Betriebe sehen im Mangel an Fachkräften ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung - ein neuer Rekordwert. 2010 waren es erst 16 Prozent. Bei fast drei Viertel der Unternehmen führt die Problematik zur Mehrbelastung vorhandener Mitarbeiter.

Dabei arbeiten die Deutschen nach Angaben des IAB schon jetzt so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das geleistete Arbeitsvolumen habe gegenüber dem Jahr 2016 um gut ein Prozent zugenommen. Dahinter stehe ein Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen um rund 650.000. Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit aller Erwerbstätigen sei allerdings um 0,3 Prozent auf 1354 Stunden gesunken. Der Grund dafür sei, dass es 2017 drei Arbeitstage weniger gegeben habe als im Jahr zuvor. Weiter auf dem Vormarsch ist dem Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit zufolge die Teilzeit. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten legte 2017 um 0,1 Punkte auf den Höchststand von 39,1 Prozent zu. Anfang der 90er-Jahre betrug die Quote erst 18 Prozent.

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