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Deutsche Exporte steigen - Dämpfer bei Ausfuhren in die USA

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09.07.2018 | 10:23

WIESBADEN (awp international) - In Deutschland mehren sich Hinweise auf einen wieder stärkeren Aufschwung. Nach zuletzt positiven Überraschungen durch den Auftragseingang in der Industrie und durch die Gesamtproduktion hat auch der deutsche Aussenhandel trotz Sorgen vor einem Handelskrieg Fahrt aufgenommen. Im Mai seien die Exporte im Monatsvergleich um 1,8 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Im April waren sie noch um 0,3 Prozent gesunken. Analysten hatten für Mai im Schnitt nur einen Anstieg um 0,7 Prozent erwartet.

Einen Dämpfer gab es allerdings bei den deutschen Exporten in die USA. Hier meldete das Bundesamt für Mai einen Rückgang im Jahresvergleich um 10,2 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Zuvor hatten die USA Strafzölle auf Waren aus Stahl und Aluminium erhoben, die aus der EU importiert werden. Ausserdem prüft die US-Regierung unter Donald Trump auch die Einführung von höheren Zöllen auf Autos, die vor allem die deutsche Autoindustrie treffen würden.

Generell könnte anhand der Handelsdaten der vergangenen Monate festgestellt werden, dass sich der Fokus der deutschen Exportwirtschaft ein Stück weit stärker auf die europäischen Handelspartner richtet, sagte Chefvolkswirten Carsten Brzeski von der ING Diba-Bank. Seiner Einschätzung nach hat der vergleichsweise günstige Eurokurs ein stärkeres Gewicht für den deutschen Aussenhandel als die Sorge vor Eskalation des Handelskriegs. Die jüngste Kursschwäche der Gemeinschaftswährung im Handel mit dem US-Dollar dürften die deutschen Exporte auch in den kommenden Monaten stützen, meinte Brzeski.

Insgesamt haben deutsche Unternehmen laut Bundesamt im Mai Waren in einem Volumen von 109,1 Milliarden Euro exportiert. Zuwächse gab es im Jahresvergleich bei den Ausfuhren in die EU-Länder und hierbei vor allem in EU-Staaten, die nicht Teil der Eurozone sind. Alles in allem lagen die Ausfuhren im Mai trotz den Anstiegs im Monatsvergleich aber immer noch um 1,3 Prozent niedriger als im Mai 2017.

Bei den Importen meldete das Bundesamt für Mai überraschend einen Anstieg. Demnach habe es im Monatsvergleich einen Zuwachs um 0,7 Prozent gegeben. Analysten hatten hingegen einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet. Der Überschuss in der Handelsbilanz lag bei 19,7 Milliarden Euro. Kalender- und saisonbereinigt bezifferte das Bundesamt das Plus in der Bilanz auf 20,3 Milliarden Euro. Die Leistungsbilanz wies einen Überschuss von 12,6 Milliarden Euro aus.

Der Euro reagierte mit Kursgewinnen auf die Daten. Nach der Veröffentlichung stieg der Kurs der Gemeinschaftswährung auf ein Tageshoch bei 1,1779 US-Dollar. Bereits in den vergangenen Handelstagen hatten unerwartet positive Konjunkturdaten aus Deutschland dem Euro Auftrieb verliehen./jkr/jsl/fba

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