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EZB-Chef Draghi signalisiert Entscheidungen zu Wertpapierkäufen

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07.09.2017 | 16:32

FRANKFURT (awp international) - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hat baldige Entscheidungen zum weiteren Vorgehen bei dem billionenschwere Wertpapierkaufprogramm der Notenbank in Aussicht gestellt. "Wahrscheinlich wird der Grossteil der Entscheidungen im Oktober getroffen", sagte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag nach der EZB-Zinssitzung in Frankfurt. Unvorhergesehene Entwicklungen könnten jedoch zu einer Verschiebung führen. Die nächste Sitzung des EZB-Rats findet am 26. Oktober statt.

Bei der aktuellen Sitzung sei vorerst nicht über konkrete geldpolitische Optionen diskutiert worden, sagte Draghi. Es sei aber grundsätzlich sowohl über die weitere Dauer, als auch über das Volumen der Wertpapierkäufe gesprochen worden. Die Diskussion über einen Ausstieg sei aber noch in einem frühen Stadium. Draghi erwartet jedoch, dass man im Oktober mit den Vorbereitungen fertig sei.

AUSWEITUNG DER ANLEIHEKÄUFE BLEIBT OPTION

Zunächst wurde jedoch der bisherige Kurs bestätigt. Das Anleihekaufprogramm soll bis mindestens Ende 2017 fortgesetzt werden. Selbst eine Ausweitung der monatlichen Käufe wird weiterhin als Option genannt.

"Über die mögliche Verknappung von Anleihen wurde nicht gesprochen", sagte Draghi. Die Notenbank habe jedoch gezeigt, dass sie mit Knappheiten umgehen könne. Die EZB hatte versprochen, dass sie nicht mehr als ein Drittel aller Staatsanleihen eines Landes halten wird. Über eine Änderung dieser Limits sei nicht gesprochen worden. Ökonomen erwarten, dass die EZB schon im Frühjahr hier an Grenzen stossen könnte. Über eine Ausweitung des Programms auf andere Wertpapiere, wie Aktien, wurde laut Draghi nicht gesprochen.

DRAGHI FORDERT GEDULD BEI DER INFLATION

Draghi betonte, dass das Wertpapierkaufprogramm weiterlaufen werde, bis es eine substanzielle Belebung der Inflation gebe. Mit der Teuerungsrate sei man im EZB-Rat bislang weitgehend unzufrieden. Hier sei Geduld gefragt. Letztlich werde sich die Inflation dem angepeilten Ziel von knapp zwei Prozent annähern. "Die EZB wird sich keinesfalls mit der niedrigen Inflation abfinden", sagte Draghi.

Die Ängste vieler Beobachter vor Risiken der Anleihekäufe sind laut Draghi nicht begründet. Die EZB sehe keine negativen Nebenwirkungen des Programms. Eine Gefahr für die Finanzmärkte durch Blasenbildung sei nicht zu erkennen. Nur am Markt für Gewerbeimmobilien sei es zu Übertreibungen gekommen. Alle Volkswirtschaften der Eurozone hätten von der lockeren Geldpolitik der EZB profitiert./jsl/tos/jha/

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