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Europas Anleger in Lauerstellung - Bitcoin steigt und steigt

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07.12.2017 | 18:23
A copy of bitcoin standing on PC motherboard is seen in this illustration picture

Während der Dax am Donnerstag erneut mit der Marke von 13.000 Punkten gerungen hat, ließ Bitcoin die Hürde problemlos hinter sich.

Die Internetwährung schnellte innerhalb eines Handelstages um 3000 Dollar auf mehr als 16.000 Dollar nach oben. Von solcher Euphorie konnten Aktionäre in Europa nur träumen. Sie nähmen wohl den Begriff der 'stillen Vorweihnachtszeit' wörtlich, sagte Analyst Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel. Der Dax beendete den Handel 0,4 Prozent höher bei 13.045,15 Punkten, der EuroStoxx50 legte um 0,3 Prozent auf 3573,13 Zähler zu.

Auch an der Wall Street trauten sich Investoren nur verhalten aus der Deckung. Der Dow-Jones-Index lag zu Handelsschluss in Europa leicht im Plus bei 24.223 Punkten. An den Börsen in New York waren vor allem Tech-Werte wie Apple und der Google-Konzern Alphabet gefragt.

Börsenexperten verwiesen unter anderem auf den drohenden Regierungsstillstand in den USA. Wenn der Kongress die Verschuldungsobergrenze nicht in den kommenden Tagen anhebt, könnte dem Finanzministerium das Geld ausgehen. Beamte würden dann in unbezahlten Zwangsurlaub geschickt.

Nervös machten Anleger auch der erneut scharfe Ton Nordkoreas. Die südkoreanisch-amerikanischen Militärmanöver und die Drohungen der USA mit einem Präventivschlag ließen keinen anderen Schluss zu als Krieg, erklärte das nordkoreanische Außenministerium am Mittwoch.

EXPERTEN HALTEN JAHRESENDRALLY FÜR MÖGLICH

Dennoch halten einige Experten einen Jahresendspurt noch für möglich. "Es besteht immer noch eine gute Chance auf eine kleine Weihnachtsrally", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Der ganz große Sprung werde aber wohl ausbleiben, da das vergleichsweise starke Börsenjahr 2017 die Anleger bislang immer zu Gewinnmitnahmen verführt habe. "Positiv ist, dass die klassischen Gradmesser für Nervosität und sichere Häfen wie Gold, der Volatilitätsindex VIX und der japanische Yen, die normalerweise vor größerem Ungemach warnen, in den vergangenen Tagen nicht ausgeschlagen haben", sagte Aktienstratege Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

Dafür waren Anleger im Bitcoin-Rausch. Die Währung aus dem Internet jagt in der Aussicht auf einen Future der Chicagoer Derivatebörse CBOE von einem Rekord zum nächsten und kostete mit 16.264 Dollar so viel wie noch nie. Die CBOE geht mit dem Finanzprodukt, über das auf fallende oder steigende Bitcoin-Kurse gewettet werden kann, am Sonntag an den Markt. Die Lokal-Rivalin CME folgt in der Woche darauf. "Ewig kann die Kryptowährung nicht in diesem Tempo steigen", warnte AxiTrader-Experte Cutkovic. "Die Angst der Spekulanten, dass sie den nächsten rapiden Kursanstieg verpassen werden, verhindert aber größere Korrekturen und hält die Nachfrage stabil."

AUSVERKAUF BEI STEINHOFF GEHT WEITER

Im deutschen Nebenwerte-Index MDax drückten Panik-Verkäufe die Aktien von Steinhoff um 46 Prozent nach unten. Damit summiert sich der Kursverlust seit Wochenbeginn auf mehr als 80 Prozent. Der nach Ikea weltweit zweitgrößte Möbelhändler steht unter dem Verdacht der Bilanzfälschung. Investoren fürchten nun, dass die Aktie des auch in Südafrika gelisteten Unternehmens aus dem MDax fällt.

In London stiegen Ladbrokes-Papiere dagegen um 29 Prozent. Der Rivale GVC will den britischen Buchmacher für umgerechnet 4,4 Milliarden Euro übernehmen. Analyst Neil Wilson vom Broker ETX Capital bezeichnete den Deal als sinnvoll. GVC sei groß im wachstumsstarken Online-Geschäft, während Ladbrokes über einen guten Namen und zahlreiche Wettbüros verfüge.

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