Log-in
E-Mail
Passwort
Merken
Passwort vergessen?
Werden Sie kostenlos Mitglied
Anmeldung
Anmeldung
Neukunde
Unser Angebot
Einstellungen
Einstellungen
Dynamische Kurse 
OFFON

4-Traders Homepage  >  News  >  Wirtschaft & Devisen  >  Alle News

News

Aktuelle NewsUnternehmenMärkteWirtschaft & DevisenRohstoffeZinssätzeNews im FokusMeistgelesene NewsBusiness LeadersTermine 
Alle NewsDevisenPressemitteilungen 

Ex-HRE-Chef Funke gibt vor Gericht Steinbrück die Schuld

share with twitter share with LinkedIn share with facebook
share via e-mail
0
20.03.2017 | 13:04

(Neu: Mehr Details)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Nach jahrelangen Verzögerungen hat der Strafprozess gegen die deutsche Symbolfigur der internationalen Finanzkrise begonnen: Georg Funke, früherer Vorstandschef der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), steht seit Montag vor dem Landgericht München I. Die Staatsanwaltschaft warf Funke und dem mitangeklagten früheren HRE-Finanzchef Markus Fell zum Prozessauftakt vor, die Krise der Bankengruppe im Geschäftsbericht 2007 und im ersten Halbjahr 2008 verschleiert und geschönt zu haben - "eine unvertretbar und evident falsche Darstellung der Liquiditätslage der HRE", wie es hieß.

Für Deutschlands Steuerzahler war die HRE der teuerste Schadenfall der Krise. Die Bankengruppe wurde mit direkten Kapitalspritzen des Bundes in Höhe von knapp zehn Milliarden Euro plus Staatsbürgschaften über weitere 124 Milliarden vor dem Kollaps gerettet. Eine Insolvenz der "systemrelevanten" Bank hätte nach damaliger Einschätzung im Dominoeffekt weitere große Bankpleiten nach sich gezogen.

Funke macht seinerseits den damaligen SPD-Finanzminister Peer Steinbrück und die Umstände verantwortlich. Im September 2009 hatte der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers zur Folge, dass die wechselseitige Kreditvergabe der Banken quasi über Nacht zum Erliegen kam - der HRE ging das Geld aus. "Das war die eigentliche Ursache", sagte Funkes Verteidiger Wolfgang Kreuzer vor Beginn der Verhandlung. "Ganz entscheidend war am Ende Herr Steinbrück mit der sehr unbedachten Bemerkung, die Bank müsse abgewickelt werden."

Der Verteidiger will für einen Freispruch kämpfen, mögliche Höchststrafe für seinen Mandanten sind drei Jahre Gefängnis. Ex-Finanzchef Fell steht zudem wegen mutmaßlicher Marktmanipulation vor Gericht. Der Prozess wird voraussichtlich mindestens ein halbes Jahr dauern, es wurden bereits Prozesstage bis in den Herbst terminiert. Die Ermittlungen hatten ein halbes Jahrzehnt gedauert, die Zulassung der Anklage weitere zweieinhalb Jahre.

Ex-Finanzminister Steinbrück ist nicht als Zeuge geladen. Denn ob die Abwicklung der HRE vermeidbar war, ist gar nicht Thema des Prozesses. In der Anklage geht es nur darum, ob Funke und Fell durch falsche Darstellung die Adressaten ihrer Geschäftsberichte täuschten.

Laut Staatsanwaltschaft war dem Bankvorstand die bedrohliche Lage früh klar. Demnach forderte die mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2007 beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im März 2008 einen "Liquiditäts-Katastrophenplan". Im wenig später veröffentlichten Geschäftsbericht stellten Funke und Kollegen die Lage jedoch als "stabil" dar.

Ein entscheidender Faktor war eine Übernahme zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt. Im Herbst 2007 - mehrere Monate nach den ersten Anzeichen der Finanzkrise - hatte die HRE für mehr als fünf Milliarden Euro die in Irland ansässige Pfandbriefbank Depfa gekauft. Die Depfa verlieh langfristig Geld an ihre Kunden, finanzierte dies jedoch mit kurzfristigen Krediten, die im Zuge der Krise immer schwieriger zu bekommen waren und immer teurer wurden.

2009 wurde die HRE notverstaatlicht und anschließend zerschlagen. Die dafür gegründete staatliche "Bad Bank" FMS übernahm den schlechten Teil des Geschäfts. Die FMS sitzt immer noch auf einem Berg von Schulden und derzeit nicht einlösbaren Forderungen. Stand 30. Juni 2016 waren es laut Bundesfinanzministerium noch 183 Milliarden Euro. Die Abwicklung wird voraussichtlich noch Jahrzehnte dauern.

Funke war im Oktober 2008 in der deutschen Öffentlichkeit zum Buhmann geworden, weil er nach seinem Sturz Gehalt und Pensionsnachzahlungen in Millionenhöhe forderte. Der Ex-Banker ließ sich dann als Immobilienmakler auf Mallorca nieder, ist inzwischen jedoch nach Deutschland zurückgekehrt und wohnt in einem Münchner Vorort. Sechs weitere ehemalige HRE-Manager sind gegen die Zahlung von Geldauflagen bereits vergleichsweise glimpflich davongekommen./cho/DP/stb


© dpa-AFX 2017
share with twitter share with LinkedIn share with facebook
share via e-mail
0
News im Fokus "Alle News"
Datum Titel
14:31 EZB GREIFT DURCH : Insolvenz für zwei italienische Krisenbanken
14:21 EZB GREIFT DURCH : Insolvenz für zwei italienische Krisenbanken
14:21 UMFRAGE :  Die Bezahlung ist den Deutschen im Job besonders wichtig
14:04 Katar bestätigt Erhalt einer Forderungsliste
14:04 SPD : Sind für Wahlkampfendspurt gut aufgestellt - Rasches 'Soli'-Aus
14:01 SPD-Chef Schulz kritisiert Merkels Rentenkurs
14:01 HÜTERIN DES STABILEN GELDES : Bundesbank öffnet zum 60. Jubiläum Türen
14:01 UMFRAGE :  Die Deutschen arbeiten vor allem zum Geldverdienen
23.06. BERICHT ÜBER DEN STAND DER BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DER EU UND LIBANON : Stärkung unserer Partnerschaft
23.06. VERKEHRSINVESTITIONEN IN DER EU : Europäische Kommission schlägt 2,7 Mrd. EUR für 152 Projekte vor
News im Fokus "Alle News"
Werbung
News im Fokus 
-10.00%ZUMTOBEL : mit Gewinnsprung und Umsatzrückgang - Aktie im Minus
-12.28%BLACKBERRY : bricht Umsatz weg - Weniger Aufträge
-1.09%Affäre um Bankdaten von Ex-SNB-Präsident beschäftigt Zürcher Obergericht
3.38%CANCOM : Die Kirche im Dorf lassen
3.72%Commerzbank hebt Salzgitter auf 'Hold' - Ziel hoch auf 38 Euro
Meistgelesene News
13:59 MEDIEN : Auch Unschuldige auf 'schwarzer Liste' der Finanzindustrie
00:15 23.06.2017, 22 : 39 Uhr  -  Allianz verkauft ihre Beteiligung an der OLB
07:55 Tesla schnappt sich das nächste Opfer
13:55 Deutlich höhere Kosten für Noteingriffe ins Stromnetz
00:05 ENERGIEDIENST : 23.06.2017 Spatenstich für zwei Kleinkraftwerke in Wyhlen mehr
Am häufigsten empfohlene Artikel
14:31 EZB GREIFT DURCH : Insolvenz für zwei italienische Krisenbanken
14:21 Teure Noteingriffe ins Stromnetz - Tennet warnt vor Trassen-Maut
14:21 PROZESSE GEGEN BAUSPARKASSEN :  Verbraucherschützer machen weiter Druck
14:21 EZB GREIFT DURCH : Insolvenz für zwei italienische Krisenbanken
13:54 PARCELLOCK : Paketkästen gut gestartet