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Fed-Vize Fischer tritt überraschend zurück

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06.09.2017 | 19:09

Washington (awp/sda/reu/dpa/afp) - Der Vize-Chef der US-Notenbank Fed, Stanley Fischer, tritt überraschend zurück. Er wolle das Direktorium der Notenbank um den 13. Oktober herum verlassen, heisst es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung der Fed.

Dies geschehe aus persönlichen Gründen, schrieb der 73-Jährige in einem Brief an US-Präsident Donald Trump. Fischers Amtszeit wäre eigentlich nächstes Jahr ausgelaufen.

Fischer war seit dem 28. Mai 2014 Mitglied der Fed und war vom damaligen Präsidenten Barack Obama ernannt worden. Zuvor war er Chef der israelischen Notenbank.

Fischer bescheinigte der Fed und sich eine erfolgreiche Arbeit: In den vergangenen Jahren sei die Wirtschaft weiter gewachsen, und es seien Millionen zusätzliche Arbeitsplätze für die US-Arbeiter geschaffen worden, heisst es in seinem Rücktrittschreiben.

Die Fed habe die Lehren aus der Finanzkrise gezogen und erste Massnahmen getroffen, um das Finanzsystem zu stärken und es besser dafür aufzustellen, die "lebenswichtigen" Kredite für Wohlstand von Privathaushalten und Unternehmen des Landes bereitzustellen.

Hoffnungen für zwei Kandidaten

Sein vorzeitiger Rücktritt gibt Trump mehr Spielraum bei der Neubesetzung des Führungsgremiums der Fed. Die Amtszeit von Notenbankchefin Janet Yellen läuft im Februar 2018 aus. Noch ist offen, ob Trump ihre Amtszeit verlängert.

Trump hatte seinen Wirtschaftsberater Gary Cohn in einem Interview ins Gespräch für die Yellen-Nachfolge gebracht. Auf die Frage, ob der Ex-Vizechef der US-Investmentbank Goldman Sachs ein Kandidat sei, antwortete Trump: "Er weiss es nicht, aber ja, das ist er."

Trump machte jedoch auch Yellen Hoffnung auf eine weitere Amtszeit. Zudem könnten die Chancen von Cohn gesunken sein, nachdem er das Verhalten Trumps nach den Zusammenstössen bei einer Rassisten-Kundgebung in Charlottesville kritisiert hatte.

Nach dem Rücktritt von Fischer ist nach Einschätzung von Capital Economics eine zweite Amtszeit von Yellen unwahrscheinlicher geworden. "Trump befindet sich mit Yellen und Fischer mit Blick auf die Bankenregulierung auf Konfliktkurs", kommentierte Ökonom Paul Ashworth.

Beide Notenbanker sprechen sich gegen eine Rücknahme von den in der Finanzkrise getroffenen Regulierungen aus. Trump hingegen fordert weitgehende Lockerungen, um die Kreditvergabe anzukurbeln.

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