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ILO-Chef kritisiert nachlassenden Kampf gegen Kinderarmut

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14.11.2017 | 18:27

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Im Kampf gegen Kinderarbeit hat die Staatengemeinschaft nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) wieder nachgelassen. Seit 1997 sei die Zahl arbeitender Kinder zwar um fast 100 Millionen gesunken. In den vergangenen vier Jahren sei diese Entwicklung jedoch stark gebremst worden, kritisierte ILO-Generaldirektor Guy Ryder am Dienstag in Buenos Aires. Knapp die Hälfte der Jungen und Mädchen, die zur Arbeit gezwungen werden, täten dies unter gefährlichen Bedingungen.

Bei der Eröffnung der Weltkonferenz zur nachhaltigen Beseitigung der Kinderarbeit rief Ryder die Staaten auf, die Weichen zu stellen, um "das Unerträgliche nicht weiter zu dulden". Es bestehe große Ungewissheit über die Veränderungen der Arbeitsmärkte. "Aber eins ist gewiss: wir wollen keine arbeitenden Kinder und keine moderne Sklaverei mehr haben", sagte der ILO-Chef.

Nach Expertenschätzungen wird jedes zehnte Kind auf der Welt zur Arbeit gezwungen. Insgesamt seien es 152 Millionen arbeitende Mädchen und Jungen, denen rund 200 Millionen erwachsene Arbeitslose gegenüberstünden. Angestrebt wird, bis zum Jahr 2025 Kinder vom Zwang zur Arbeit zu befreien.

An der Konferenz bis Donnerstag nehmen Vertreter von Regierungen, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Hilfsorganisationen aus 193 Ländern teil./jg/DP/stb


© dpa-AFX 2017
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