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Inflation sinkt vor EZB-Zinssitzung auf Jahrestief

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17.07.2017 | 15:49
ECB President Draghi addresses a news conference at the ECB headquarters in Frankfurt

Die Inflation in der Euro-Zone ist im Juni auf ein Jahrestief gesunken.

Die Verbraucherpreise legten nur noch um 1,3 Prozent zu, nach einem Plus von 1,4 Prozent im Mai, bestätigte das Statistikamt Eurostat am Montag eine frühere Schätzung. Das EZB-Ziel von zwei Prozent rückt damit ein Stück weiter weg. Die Zahlen bringen die Euro-Wächter in eine schwierige Situation, wenn sie am Donnerstag zu ihrer Zinssitzung zusammenkommen. Zuletzt hatte die EZB zwar wegen der rund laufenden Konjunktur einen ersten Mini-Schritt in Richtung Kurswende gewagt. Doch die hartnäckig niedrige Teuerung macht die Argumentation für EZB-Chef Mario Draghi nun zunehmend zu einem Balance-Akt.

Hauptgrund für die flauen Inflationsdaten im Juni war, dass sich Energie nicht mehr so stark wie in den Vormonaten verteuerte. Nach 4,5 Prozent im Mai nahmen die Energiepreise im Juni lediglich um 1,9 Prozent zu. Die Kerninflation, in der die schwankungsreichen Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert sind, zog allerdings leicht an. Diese nahm auf 1,2 Prozent zu, nach 1,0 im Mai. Die EZB orientiert ihre Geldpolitik zwar nicht an der Kerninflation. Sie beachtet dieses Maß aber in ihren Entscheidungen, da es zugrundeliegende Preistrends im Währungsraum gut widerspiegelt.

Für Volkswirt Greg Fuzesi von der US-Großbank JP Morgan ist die Kerninflation zwar nicht ausschlaggebend dafür, ob die EZB - wie von vielen Experten erwartet - im September ein Abschmelzen ihrer billionenschweren Anleihenkäufe beschließt. "Aber die Kerninflation muss klar steigen, bevor sich die EZB auf einen ersten Zinsschritt hin bewegt." Fuzesi rechnet mit einer solchen Entscheidung nicht vor Ende 2018. Die Zinsen in der Euro-Zone liegen seit langem auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Die EZB und die nationalen Notenbanken erwerben aktuell Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Umfang von monatlich 60 Milliarden Euro. Das Kaufprogramm ist momentan das stärkste Instrument der EZB zur Anschiebung der Konjunktur und für mehr Inflation. Die EZB will die in Deutschland umstrittenen Käufe noch bis mindestens Ende 2017 fortsetzen. Dann sollen sie ein Volumen von 2,28 Billionen Euro erreichen.

Für die Zinssitzung am Donnerstag in Frankfurt erwarten Experten, dass die Notenbank ihre zuletzt stets bekräftigte Option streicht, die Anleihenkäufe nötigenfalls noch einmal aufzustocken.. Der EZB-Rat würde so den Finanzmärkten ein weiteres Signal senden, sich langsam auf eine Eindämmung der Geldflut vorzubereiten.

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