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Japans Wirtschaft mit längster Wachstumsphase seit 16 Jahren

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15.11.2017 | 05:25

TOKIO (dpa-AFX) - Starke Exportgeschäfte haben der japanischen Wirtschaft zur längsten Wachstumsphase seit mehr als 16 Jahren verholfen. Wie die Regierung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt am Mittwoch bekanntgab, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September um eine hochgerechnete Jahresrate von 1,4 Prozent und damit seit sieben Quartalen in Folge. Allerdings fiel das Wachstum geringer aus als im Vorquartal, als das BIP noch um hochgerechnet 2,6 Prozent gestiegen war. Außerdem gab es im dritten Quartal einen überraschend starken Dämpfer beim privaten Konsum.

Wie die japanische Regierung weiter mitteilte, wuchs die Wirtschaft zwischen Juli und September im Quartalsvergleich um 0,3 Prozent. In dieser Abgrenzung hatten Volkswirte einen etwas stärkeren Anstieg um 0,4 Prozent erwartet, nachdem der Zuwachs im zweiten Quartal noch 0,6 Prozent betragen hatte.

Die Daten verdeutlichen, dass Japan weiter stark von seiner Exportwirtschaft abhängt. Die Ausfuhren zogen im dritten Quartal dank der Nachfrage im Ausland nach japanischen Elektronikteilen und Autos um 1,5 Prozent an.

Einen Dämpfer gab es hingegen beim privaten Konsum, der in Japan etwa 60 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. In den Monaten Juli bis September seien die Konsumausgaben im Quartalsvergleich um 0,5 Prozent gefallen und damit etwas stärker als von Volkswirten erwartet. Der Rückgang folgte allerdings auf ein starkes zweiten Quartal mit einem Anstieg des privaten Konsums um 0,7 Prozent.

Nach Einschätzung von Experten des Analysehauses Pantheon hat sich die japanische Binnennachfrage im dritten Quartal "eine Atempause" gegönnt. Ihrer Einschätzung nach ist es nicht möglich gewesen, das starke Wachstum der Monaten April bis Juni im Sommer fortzusetzen. Im Schlussquartal rechnen die Pantheon-Experten wieder mit einer Verbesserung der Lage.

Obwohl die Regierung in Tokio seit Jahren milliardenschwere Konjunkturpakete auflegt und die japanische Zentralbank die Wirtschaft mit einer extrem lockeren Geldpolitik stützt, bleibt die Inflation in Japan weiterhin niedrig.

Die Regierung hofft, dass der hohe Arbeitskräftemangel endlich zu höheren Lohnzuwächsen und steigenden Preisen führen wird. Angesichts der angespannten Lage am Arbeitsmarkt rechnen Experten derweil mit weiter steigender Nachfrage nach Automatisierung. Die Unternehmensinvestitionen zogen um 0,2 Prozent zum Vorquartal an. Die Regierung erwartet, dass die moderate Erholung weitergeht./ln/DP/jkr/bgf/jha/


© dpa-AFX 2017
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