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OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Mehr geht nicht, Kommentar zur ...

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14.11.2017 | 20:52

    Börsen-Zeitung: Mehr geht nicht, Kommentar zur Konjunktur von
Alexandra Baude
   Frankfurt (ots) - Deutschland hält im dritten Quartal nicht nur 
sein Wachstumstempo, sondern legt sogar noch eine Schippe drauf. Wenn
das mal keine guten Nachrichten für die potenziellen 
Jamaika-Koalitionäre sind. Der Verteilungsspielraum scheint größer 
als gedacht. Dies könnte die nötigen Kompromisse erleichtern, damit 
eine Regierungsbildung doch noch klappt.

   Allerdings würden die von den Politikern in den Raum gestellten 
Forderungen etwa nach Steuersenkungen, einer Investitionsoffensive 
und steigenden Umwelt- und Sozialausgaben die Konjunktur unnötig 
weiter befeuern, da sie kurzfristig wirksam werden. Angeraten sind 
stattdessen Initiativen, die mehr auf künftiges Wachstum und die 
Sicherung der Standortqualität zielen.

   Stichwort Arbeitsmarkt: In einigen Bereichen herrscht bereits 
jetzt enormer Fachkräftemangel. Die demografische Entwicklung und 
mangelnde Einwanderungsgesetze tun ihr Übriges, dass sich die 
Situation verschärft. Wer hier ansetzt und die Weiterbildung 
verbessern will, muss finanziell einen langen Atem haben. Stichwort 
Investitionen: Die Planungsbürokratie stößt schon jetzt an ihre 
Grenzen, um die bereitgestellten Gelder abfließen zu lassen. Auch in 
Zeiten, da die Staatsfinanzen nicht mehr so stabil erscheinen, sind 
höhere Ausgaben notwendig. Sie sollten also abgesichert werden.

   Stichwort Unternehmensinvestitionen: Ja, sie ziehen weiter an - 
dies deutet allerdings eher auf einen Nachholbedarf hin und nicht auf
sich verbessernde Rahmenbedingungen. Will man die Investitionsanreize
verstärken, kostet auch dies viel Geld - und zwar nicht einmalig, 
sondern auf Jahre hinaus. Stichwort Rente: In Zeiten guter Konjunktur
die Beitragssätze zu reduzieren, ist wohlfeil. Aber ist es wirklich 
sinnvoll, wenn die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge so kurz vor 
dem Ruhestand stehen und die Stabilität der Rentenfinanzen dann 
erneut gefährden? Warum sich nicht ein Beispiel nehmen an Norwegen 
mit seinem Staatsfonds? Also den vom Sachverständigenrat errechneten 
Spielraum von 30 Mrd. Euro in einen solchen Fonds packen, um 
langlaufende Projekte ohne weitere Verschuldung auch in Zeiten 
fortsetzen zu können, wenn es nicht mehr so gut läuft. Statt auf die 
Gießkanne müssen die Koalitionäre also auf selektive Investitionen in
die Zukunftsbereiche Bildung, Forschung und Entwicklung sowie 
Digitales setzen.

   Es wäre fahrlässig sondergleichen, den momentanen konjunkturellen 
Rückenwind nicht für zukunftssichernde Maßnahmen zu nutzen - mehr 
geht nicht. Insofern sind jetzt Staatsmänner gefragt, keine 
Wahlstrategen!

OTS:              Börsen-Zeitung
newsroom:         http://www.presseportal.de/nr/30377
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Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de






© dpa-AFX 2017
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