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OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Und sie bewegen sich doch, Kommentar ...

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07.12.2017 | 20:41

    Börsen-Zeitung: Und sie bewegen sich doch, Kommentar zum Regelwerk
Basel III von Bernd Neubacher
   Frankfurt (ots) - Und sie bewegen sich doch. Nach mehr als einem 
Jahr Geschacher haben sich die globalen Bankenaufseher auf einen 
Abschluss der Eigenkapitalregeln Basel III geeinigt. Wusste zuvor 
jedes Mitglied im Baseler Ausschuss schlüssig darzulegen, in welcher 
Weise dem Bankensektor seines Heimatstaates durch die Neuregelungen 
unannehmbare Nachteile drohten, hat am Donnerstag die Phase begonnen,
in der die Aufseher den von ihnen kontrollierten Banken vorrechnen 
werden, welche Zugeständnisse sie dem Baseler Gremium abtrotzen 
konnten.

   Die deutschen Vertreter müssen sich nicht nachsagen lassen, sie 
hätten die ihnen unterstellten Institute hängen lassen. Der seltsam 
krumme Wert von 72,5 Prozent für den Grad der Angleichung von Modell-
und Standardansatz zur Eigenkapitalberechnung liegt zwar über jenen 
70 Prozent, welche Deutschland lange Zeit angeblich äußerstenfalls zu
akzeptieren bereit war. Dies haben Bundesbank und BaFin allerdings 
durch Erleichterungen im Standardansatz locker zu kontern verstanden.
Im Laufe der Verhandlungen sind etwa für kleinere Banken und für 
Hypothekenfinanzierer vermutlich mehr Extrawürste auf dem Grill 
gelandet bzw. dort liegen geblieben als einer angenehmen 
Verhandlungsathmosphäre zuträglich sind: Wie Deutschland auf den Leib
geschnitten wirkt zum Beispiel der sogenannte Hard-Test, der 
Kapitalerleichterungen ermöglicht für den Fall, dass ein Land anhand 
geringer Preisschwankungen am Immobilienmarkt dessen Stabilität 
nachweisen kann. Erhalten bleibt den Instituten auch das 
Realkredit-Splitting - mit der Aufteilung von Hypotheken in einen 
besicherten und in einen unbesicherten Teil bleibt 
Hypothekenfinanzierern lästiger Aufwand erspart. Ursprünglich wollte 
der Baseler Ausschuss die Kapitalanforderungen je nach 
Besicherungsgrad abstufen und damit risikogerechter gestalten - nun 
nimmt man der Einfachheit zuliebe Fehlanreize zu mehr Risiko bei 
gleicher Kapitalunterlegung in Kauf. In Basel geht es nur in 
ausgewählten Momenten um die reine Lehre, vor allem aber um die 
Sicherung von Geschäftsmodellen.

   In dieser Hinsicht dürften sich, soweit sich dies überhaupt schon 
ablesen lässt, nun vor allem Investmentbanken, aber auch mancher 
Spezialfinanzierer verstärkt Gedanken machen müssen. Gut lachen haben
hingegen im Privatkundengeschäft aktive Häuser und Finanzierer 
kleiner und mittlerer Unternehmen. Bei allem Geschacher: Was die 
Finanzstabilität angeht, hätte es weitaus schlechtere Nachrichten aus
Basel geben können.

OTS:              Börsen-Zeitung
newsroom:         http://www.presseportal.de/nr/30377
newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de






© dpa-AFX 2017
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