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Sorgen über Geldpolitik drücken Stimmung an der Börse

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17.07.2017 | 18:14
Traders work in front of the German share price index, DAX board, at the stock exchange in Frankfurt

Vor der mit Spannung erwarteten EZB-Sitzung am Donnerstag haben Anleger in Europa den Rückwärtsgang eingelegt.

Selbst gute Wirtschaftsdaten aus China stützten die Börsen zum Wochenauftakt nur vorübergehend. Der Dax verlor 0,4 Prozent auf 12.587,16 Punkte, der EuroStoxx50 fiel um 0,3 Prozent auf 3516,35 Zähler. Auch aus den USA, wo die Bilanzsaison im Laufe der Woche Fahrt aufnimmt, war die Stimmung verhalten. Der Dow-Jones-Index lag zu Börsenschluss in Europa unverändert bei 21.648 Punkten.

Dabei war die chinesische Wirtschaft im zweiten Quartal dank kauffreudiger Verbraucher und investierender Firmen überraschend kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um 6,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu und hielt damit das zu Jahresbeginn erreichte Tempo. "Das sind ermutigende Zeichen für das globale Wachstum, schließlich ist China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt", sagte Ökonom Craig James vom Wertpapierhändler Commonwealth Securities.

Von den China-Daten profitierten vor allem Industriemetalle. So verteuerte sich eine Tonne Kupfer um 1,2 Prozent auf ein Viereinhalb-Monats-Hoch von 5995 Dollar. Auch der Preis für das Edelmetall Gold legte zu und kostete mit 1235 Dollar je Feinunze so viel wie seit zwei Wochen nicht mehr.

KOMMT DIE ZINSWENDE IN DER EURO-ZONE ODER NICHT?

Doch wichtiger für Investoren in Europa ist die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Anleger erhoffen sich von EZB-Präsident Mario Draghi Signale, ob er die geldpolitischen Zügel bald anzieht. Sollte Draghi nur den kleinsten Hinweis in Richtung eines Ausstiegs aus der extrem lockeren Geldpolitik geben, könne der Euro deutlich anziehen, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Seit Jahresbeginn hat die Gemeinschaftswährung um rund neun Prozent zugelegt und notierte am Montag bei 1,1450 Dollar. Ein stärkerer Euro würde exportorientierte Unternehmen der Euro-Zone belasten, da ihre Waren im Welthandel teurer werden. "Vor Donnerstag dürfte das Motto daher Zurückhaltung bleiben, was eher zu weiteren Kursabschlägen führen dürfte", sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Londoner Broker CMC Markets.

Die Sorge vor einem baldigen Ende der ultralockeren Geldpolitik könnte nach Meinung von Börsianern aber unbegründet sein. Denn die Verbraucherpreise, die für die EZB maßgeblich sind für ihre Geldpolitik, legten im Juni nur um 1,3 Prozent zu und entfernte sich damit weiter vom EZB-Inflationsziel von knapp zwei Prozent. Experten rechnen daher damit dass Draghi an den rekordtiefen Zinsen von 0,0 Prozent nicht rüttelt.

ANLAGENBAUER GEA NACH PROGNOSESENKUNG AUF VERKAUFSLISTEN

Auf dem Frankfurter Börsenparkett brachen die Aktien des Anlagenbauers GEA um 5,8 Prozent ein. Der im Nebenwerte-Index MDax gelistete Konzern senkte zum zweiten Mal in nur zehn Monaten seine Prognose. Analysten von der Baader Bank und DZ Bank sagten, das Vertrauen in den Vorstand sei gestört.

Beliebt waren dagegen die Titel von Adidas, die nach einer Prognoseanhebung des Rivalen Puma deutlich zulegten und 0,7 Prozent höher schlossen. Puma legten 1,3 Prozent zu, die Aktien der französischen Mutter Kering ein Prozent.

In London waren ITV gefragt, nachdem der TV-Sender überraschend die Chefin des Billigfliegers Easyjet, Carolyn McCall, abgeworben hat. ITV kletterten um 1,3 Prozent, Easyjet legten 1,4 Prozent zu.

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